Williges Jäger (1925 – 2020): „Unser Ichbewusstsein ist wie ein Affe“, sagt ein Zen-Sutra. Ein Affe schwingt von Ast zu Ast, von Baum zu Baum durch den ganzen Wald. Manchmal sollten wir ihm zuschauen und erkennen, dass es nur ein Affe, nicht unser Bewusstsein ist. Wir sollten ihn aber nicht davonjagen. Es ist besser, einfach zurückzukehren zu unserer Übung. (Jäger, Williges: Suche nach dem Sinn des Lebens, Bewusstseinswandel durch den Weg nach Innen, 1996, S. 124)
Simone Weil (1909 – 1943): Aufmerksamkeit ist nicht angestrengte Konzentration, sondern das Aussetzen des aktiven Denkens, um den Geist leer, verfügbar und offen zu halten. Aufmerksamkeit eine Haltung, zu der man gelangt, wenn man das Denken von allen zeitlichen und objektbezogenen Bindungen befreit und sich von allen im Geist vorhandenen Inhalten, insbesondere von der Ausrichtung auf die Zukunft, löst. Nur das reine Verlangen nach der Wahrheit soll übrigbleiben, und darin soll man ohne Erwartung ausharren. Keinesfalls darf man versuchen, den Inhalt der Wahrheit vorausahnend vorwegzunehmen. Man beschränkt sich darauf, das Unzulängliche abzuweisen. So bleibt das Denken leer, in der Schwebe, es wird empfänglich und durchlässig.